Schulterendoprothesen

Begriffserklärung

Bei ausgedehntem Verschleiß (Arthrose) des Schultergelenkes ist bei anhaltenden Schmerzen und/oder starkem Funktionsverlust ein kleiner (arthroskopischer) Eingriff nicht mehr erfolgversprechend. Durch ihn kann – ebenso wie bei der Arthrose im Kniegelenk oder anderen Gelenken – eine Heilung nicht mehr erreicht werden.

In diesen Fällen kommt nur noch die Versorgung mit einem künstlichen Schultergelenk in Frage.

Wichtig für die Funktion der Schulter ist die muskuläre Führung durch die Rotatorenmanschette. Insbesondere der Supraspinatusmuskel sorgt für eine Zentrierung des Oberarmkopfes in der Schulterpfanne. Bei ausgedehnten Rissen dieses Muskels kann es zum Hochsteigen des Oberarmkopfes durch den dann überwiegenden Zug des Delta-Muskels kommen. Die Folge ist, dass der Oberarmkopf im Verlauf aus der Schulterpfanne heraus nach oben verschoben wird und jetzt unter dem Schulterdach reibt.

Röntgen starke Schultergelenksarthrose

Für die operative Versorgung mit Schulterprothesen unterscheiden wir grob 2 Fälle:

  1. Arthrose des Oberarmkopfes und der Schulterpfanne bei erhaltener Rotatorenmanschette
  2. Arthrose von Kopf und Pfanne mit Riss der Rotatorenmanschette (und Hochstand des Oberarmkopfes)

Im ersten Fall erfolgt die Versorgung mit einer anatomischen Schulterprothese.

Bei (nicht rekonstruierbarer) gerissener Rotatorenmanschette erfolgt die Versorgung mit einer Inverse Schulterprothese.

Reine Kappenprothesen mit alleinigem Ersatz der Gelenkoberfläche des Oberarmkopfes finden heute nur noch in besonderen Fällen Anwendung.

Indikation

Indikationen für Schulterprothesen sind anhaltende starke und therapieresistente Schmerzen mit starken Funktionseinschränkungen der Schulter.

Operationstechnik

Die Operation erfolgt über einen ca. 10 cm langen Schnitt von vorne oder seitlich an der Schulter.

Narkose

Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt.

Stationärer Aufenthalt

Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel zwischen 5 und 9 Tagen. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt muss eine intensive Weiterbehandlung erfolgen. Diese kann im Rahmen einer stationären Anschlussheilbehandlung oder auch über eine ambulante Anschlussheilbehandlung oder ambulante tägliche Einzelgymnastik erfolgen.

Nachbehandlung

Von entscheidender Bedeutung bei der Nachbehandlung auch dieser Schulteroperation ist ein intensives passives Bewegen der operierten Schulter. Dies soll Verklebungen der Gleiträume unter dem Schulterdach und eine Schrumpfung der Gelenkkapsel der Schulter verhindern.

Die Mobilisation beginnt am Tag der Operation mittels Motorschiene. Je nach passiv möglicher Beweglichkeit wird direkt nach der Operation, sonst spätestens am nächsten Tag mit zusätzlicher krankengymnastischer Einzelbehandlung begonnen.

Zur Schmerztherapie wird vor oder nach der Operation ein ‚Schmerzkatheter‘ (ein dünner Schlauch) steril an das Nervengeflecht des Armes gelegt. Über diesen Katheter wird dann in der post-operativen Phase kontinuierlich ein örtliches Betäubungsmittel an die Nerven gespritzt, um möglichst eine Schmerzfreiheit nach der Operation zu ermöglichen.

Unterstützend finden in der post-operativen Phase Medikamente (sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika) Anwendung.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserem Flyer Schulterprothesen.