Entfernen der Gelenkschleimhaut (Synovektomie) des Schultergelenkes

Begriffserklärung

Die Gelenkschleimhaut oder Gelenkinnenhaut umkleidet das Kapselgewebe der Gelenke. In ihr werden durch Filtern des Blutes Bestandteile des Blutserums in das Gelenkinnere abgegeben. Diese Gelenkflüssigkeit, in der Umgangssprache auch gerne als ‚Gelenkschmiere’ bezeichnet, sorgt für die Ernährung des Gelenkknorpels und gewährleistet ein reibungsarmes Bewegen der Gelenkpartner gegeneinander.

Entzündete Gelenkinnenhaut am Schultergelenk
intra-operativer Befund

Entzündungen der Gelenkschleimhaut können aus verschiedenen Gründen auftreten. Eine häufige Ursache ist der große Formenkreis rheumatischer Erkrankungen. Bei diesen Erkrankungen zerstört die Gelenkschleimhaut meist körpereigene Reaktionsvorgänge das Gelenk oder führt zu chronischen Entzündungsreaktionen im Gelenk.

Weitere Ursachen, die zur Entzündung der Gelenkschleimhaut führen können, sind z.B. chronische Reiz- oder Überlastungszustände des Gelenkes.

Indikation zur Operation

Indikationen für ein operatives Vorgehen bei Entzündungen der Gelenkinnenhaut an der Schulter sind trotz medikamentöser Behandlung (und ggf. Cortison-Spritzen in das Schultergelenk) bestehende schmerzhafte Entzündungen und drohende Zerstörungen des Gelenkes.

Operationstechnik

Die Operation wird, wie alle Gelenkspiegelungen, durch eine ‚Schlüsselloch-Operation’ durchgeführt. Hierfür werden als Operationsschritte nur 2 bis 3 ca. 5mm lange Schnitte benötigt.

Der Patient wird in Narkose sitzend auf dem Operationstisch gelagert. Der Sichtzugang für die Optik mit Arbeitshülse, die gemeinsam ca. kugelschreiberdick sind, befindet sich seitlich des Schulterblattes an der Schulterrückseite. Über diesen Schnitt können fast alle Teile des Schultergelenkes eingesehen werden. Über einen weiteren Schnitt von vorne wird unter Sicht das Gewebe der Gelenkinnenhaut mittels spezieller Instrumente (Shaver und/oder Vapor) entfernt. Über einen Wechsel von Arbeits- und Sichtzugang können unter Sicht von vorne die hinteren Anteile der Gelenkschleimhaut entfernt werden. Ein zusätzlicher Schnitt ist so nicht erforderlich.

Narkose

Der Eingriff wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt.

Stationärer Aufenthalt

Der Eingriff kann bei entsprechender häuslicher Versorgung, fehlenden zusätzlichen Grunderkrankungen und einer gewährleisteten Nachbehandlung mittels einer Schulter-Motorbewegungsschiene ambulant durchgeführt werden.

In allen anderen Fällen wird der Eingriff in der Regel kurzstationär mit einem Krankenhausaufenthalt von 3-5 Tagen durchgeführt.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung entspricht der der arthroskopischen Schulterdacherweiterung.

Von entscheidender Bedeutung bei der Nachbehandlung dieser Schulteroperation ist das intensive passive Bewegen der operierten Schulter. Dies soll Verklebungen der Gleiträume unter dem Schulterdach und eine Schrumpfung der Gelenkkapsel der Schulter verhindern.

Die Mobilisation beginnt am Tag der Operation mittels Motorschiene. Je nach passiv möglicher Beweglichkeit wird direkt nach der Operation oder zu einem späteren Zeitpunkt mit zusätzlicher krankengymnastischer Einzelbehandlung ohne aktive Bewegungen begonnen.

Art und Häufigkeit der entsprechenden Krankengymnastik sind vom Befund bei der Operation und dem Verlauf abhängig.

Unterstützend finden in der post-operativen Phase Medikamente (sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika) Anwendung.