Entfernen von Teilen des Schultereckgelenkes bei Arthrose (AC-Gelenks-Resektion)

Begriffserklärung

Das Schultereckgelenk wird vom Schlüsselbein und Teilen des Schulterblattes gebildet. Dieses Gelenk sorgt mit Schlüsselbein und der gelenkigen Verbindung zwischen Brustbein und Schlüsselbein dafür, dass das Schulterblatt eine knöcherne Verbindung zum Rest des Körpers hat.

AC-Gelenks-Arthrose im Röntgen

Das Gelenk kann durch körperliche Beanspruchung oder Verletzungen wie z.B. der Schultereckgelenks-Sprengung zum vorzeitigen Verschleiß mit Knochenanbauten und Riss der bindegewebigen Zwischengelenksscheibe (dem Discus intraarticularis) führen.

Beschwerden können einmal dadurch auftreten, dass durch Gelenk-Verschleiß bei Bewegungen im Schultereckgelenk Schmerzen auftreten. Dies äußert sich z.B. bei seitlichem Anheben des Armes über einen Winkel von 110 bis 130 Grad. Ein weiterer Grund für Beschwerden an der Schulter durch das Schultereckgelenk stellen knöcherne Anbauten dar, die zu einem Einengen des Gleitraumes für die Sehne der Rotatorenmanschette führen.

Indikation zur Operation

Ein Verschleiß im Schultereckgelenk ist häufig stumm und führt zu keinen Beschwerden. Auch zwischenzeitlich auftretende Reizungen des Schultereckgelenkes können häufig allein durch konservative Maßnahmen wie medikamentöser Behandlung, Ultraschallbehandlung, lokale Injektionen oder Magnetfeldtherapie behandelt werden.

In Fällen von trotz Behandlung anhaltenden Schmerzen bietet sich die Operation an.

Häufig treten anhaltende Beschwerden am Schultereckgelenk zusammen mit Entzündungen von Sehnen und Schleimbeutel unter dem Schulterdach (dem Impingement-Syndrom) auf. In diesen Fällen muss genau getestet werden, ob die Beschwerden durch das Schultereckgelenk mitbedingt sind. In solchen Fällen ist im Rahmen der operativen Schulterdacherweiterung eine operative Entfernung von Knochenanteilen des Schultereckgelenkes erforderlich.

Operationstechnik

Hier stehen uns ein endoskopisches Verfahren und eine offene Operation über einen kleinen Schnitt direkt über dem Schultereckgelenk zur Verfügung.

Beim endoskopischen Verfahren werden unter Spiegelung des Raumes unter dem Schulterdach über einen oder zwei zusätzliche kleine Schnitte vom äußeren, gelenkbildenden Teil des Schlüsselbeins ca. 8-10 mm entfernt. Hierfür verwendet man kleine Knochenfräsen.

Beim offenen Verfahren wird direkt über dem Gelenk über einen kleinen Längsschnitt von ca. 4 cm das Gelenk dargestellt, die Kapsel eröffnet und unter Sicht der verschlissene Faserknorpel (Discus intraarticularis) sowie 8-10 mm des Schlüsselbeines entfernt. Anschließend erfolgt die Naht von Gelenkkapsel und darüber liegendem Gewebe.

Narkose

Der Eingriff wird in der Regel in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt.

Stationärer Aufenthalt

Der Eingriff kann bei entsprechender häuslicher Versorgung, fehlenden zusätzlichen Grunderkrankungen und einer gewährleisteten Nachbehandlung mittels einer Schulter-Motorbewegungsschiene ambulant durchgeführt werden. In allen anderen Fällen wird der Eingriff in der Regel kurzstationär mit einem Krankenhausaufenthalt von 3-5 Tagen durchgeführt.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung entspricht der einer arthroskopischen Schulterdacherweiterung.

Von entscheidender Bedeutung bei der Nachbehandlung dieser Schulteroperation ist das intensive passive Bewegen der operierten Schulter. Dies soll Verklebungen der Gleiträume unter dem Schulterdach und eine Schrumpfung der Gelenkkapsel der Schulter verhindern.

Die Mobilisation beginnt am Tag der Operation mittels Motorschiene. Je nach passiv möglicher Beweglichkeit wird bereits direkt nach der Operation oder zu einem späteren Zeitpunkt mit zusätzlicher krankengymnastischer Einzelbehandlung ohne aktive Bewegungen begonnen.

Art und Häufigkeit der entsprechenden Krankengymnastik sind vom Befund bei der Operation und dem Verlauf abhängig.

Unterstützend finden in der post-operativen Phase Medikamente (so genannte nicht-steroidale Antirheumatika) Anwendung.