Operationen an der Schulter

Das Schultergelenk

Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Um dies zu ermöglichen, liegt der kugelige Oberarmkopf nur mit etwa 1/3 seiner Gelenkfläche in der vom Schulterblatt gebildeten Gelenkpfanne. Für die Stabilität des Schultergelenkes sorgen neben der Gelenkkapsel zusätzliche Bänder, die in die Gelenkkapsel eingewachsen sind, der aus Faserknorpel gebildete Pfannenrand, der die Auflagefläche des Oberarmkopfes vergrößert, und die die Schulter manschettenförmig umgebende Muskulatur, die sogenannte Rotatorenmanschette.

Durch die starke Beanspruchung des Schultergelenkes im täglichen Leben, sportliche Betätigungen und den normalen Alterungsprozess der Sehnen (der bereits um das 30. Lebensjahr beginnt) kommt es häufig zu Beschwerden im und am Schultergelenk.

Von den mehr als 2000 Patienten, die sich pro Jahr bei uns wegen Schulterproblemen vorstellen, wird ein Großteil (93,5%) allein durch konservative Behandlungen beschwerdefrei. Hierbei helfen uns neben Injektionen, medikamentöse Behandlungen sowie Magnetfeldtherapien [Link Magnetfeldtherapie] oder im Fall von Verkalkungen in den Schultersehnen extra-korporale Stoßwellentherapien [Link Stoßwelle].

In den anderen Fällen ist eine Operation an der Schulter erforderlich. Dabei sind die Operationstechniken so vielfältig wie die Beschwerdeursachen. Eine Ursache liegt in einer Einklemmsymptomatik der Sehnen und Schleimbeutel unter dem Schulterdach, das so genannte Impingement-Syndrom. Andere Ursachen liegen in Sehnenrissen der Rotatorenmanschette, Entzündungen oder Schrumpfung der Gelenkkapsel (der Schultersteife oder neudeutsch frozen shoulder), oder z.B. Instabilitäten des Schultergelenkes mit dadurch bedingten Einklemmungen der Sehne oder wiederkehrendem Herausspringen des Oberarmkopfes aus der Schulterpfanne (Schultersubluxationen oder Schulterluxationen).

Wann wird operiert

Gründe für eine Operation des Schultergelenkes stellen z.B. persistierende Schmerzen über einen Zeitraum von 5-6 Monaten bei Einklemmungen der Sehnen unter dem Schulterdach dar.

Weitere Gründe sind Funktionseinschränkungen der Schulter oder z.B. im Falle eines frischen Sehnenrisses die Gefahr einer später nicht mehr reparablen Schädigung.

Wie wird operiert

Schema ASK Schulter

Ein Großteil der Schulteroperationen wird im Rahmen einer Arthroskopie, einer ‚Schlüsselloch-Operation’ durchgeführt. Mit dieser Technik lassen sich heute auch große Risse der Schultersehnen in der Regel minimal invasdiv versorgen. Für diese Operationen werden als Operationsschritte nur 2 bis 3 ca. 5mm lange Schnitte benötigt.

Der Patient wird in Narkose sitzend auf dem Operationstisch gelagert. Der Sichtzugang für die Optik mit Arbeitshülse, die gemeinsam ca. kugelschreiberdick sind, befindet sich seitlich des Schulterblattes an der Schulterrückseite. Über diesen Schnitt können fast alle Teile des Schultergelenkes und des Schulterdaches eingesehen werden. Über weitere Schnitte an der Seite oder an der Vorderseite der Schulter können die jeweiligen Regionen des Schultergelenkes oder des Gleitraumes unter dem Schulterdach (dem sogenannten Subacromialraum) behandelt werden.

Folgende Eingriffe werden von uns häufig an der Schulter durchgeführt

Narkose

Wir führen Operationen an der Schulter aus Gründen der sicheren Schmerzfreiheit in der Regel in einer kurzen Vollnarkose durch. In bestimmten Fällen bietet sich eine Leitungsbetäubung mit alleiniger Betäubung des zu operierenden Armes mit Schulter an.

Stationärer Aufenthalt

Viele Schulteroperationen können heute ambulant durchgeführt werden, sofern eine intensive Nachbehandlung gewährleistet ist. Diese beinhaltet neben krankengymnastischer Übungsbehandlung ein tägliches Durchbewegen der operierten Schulter auf einer Schulter-Motorbewegungsschiene, einem speziellen Stuhl, auf dem die operierte Schulter ohne eigene Kraftanstrengung frei bewegt wird.

In anderen Fällen, wenn beispielsweise eine gerissene Sehne an der Schulter knöchern refixiert werden muss, bietet sich eine stationäre Nachbehandlung für einen Zeitraum von in der Regel 3-5 Tagen an.

Nachbehandlung

Da die Schultergelenkkapsel bei Bewegungsarmut sehr stark zum Schrumpfen neigt, wodurch eine Schultersteife entstehen kann, und nach den Operationen sich die Wundflächen unter dem Schulterdach rasch verkleben können, gehört die Nachbehandlung der Schulter nach der Operation mit zu den aufwendigsten Therapien. Bei den meisten Fällen beginnen wir am Tag der Operation mit entsprechenden passiven Bewegungen am operierten Schultergelenk. Eine Ausnahme davon stellen nur stabilisierende Operationen des Schultergelenkes nach rezidivierendem Ausrenken dar. In diesen Fällen muss die Schulter zunächst für 3 Wochen ruhiggestellt werden, bevor mit Bewegungsübungen begonnen werden kann.

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserem Flyer Schultererkrankungen.