Entfernung der Gelenkinnenhaut

Begriffsbestimmung

Die Gelenkinnenhaut ist verantwortlich für die Ernährung des Kniegelenkes und insbesondere des Gelenkknorpels. Über Gefäße in der Gelenkinnenhaut filtert sie aus dem Blut die Gelenkflüssigkeit, durch die Knorpel und Menisken ernährt werden.

Entzündungen der Gelenkschleimhaut sind häufig durch mechanische Probleme im Kniegelenk (Meniskusschäden, freie Gelenkkörper etc.) oder Unfälle bedingt.

Es kommt zur Bildung des Gelenkergusses.

In diesen Fällen werden bei ausgeprägten Entzündungen der Gelenkschleimhaut, Teile der Schleimhaut entfernt.

Es gibt aber auch Erkrankungen, bei denen die Gelenkschleimhaut nicht Folge, sondern Ursache des Problems ist.

Dies ist z.B. bei der Chondromatose der Fall. Hier bildet die Gelenkschleimhaut freie Gelenkkörper.

Am Häufigsten macht die Gelenkschleimhaut bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen Probleme.

Hier greift der Körper die eigene Gelenkschleimhaut an. Diese reagiert und fängt an zu wuchern (sie proliferiert). Als Folge wird das Gelenk zusätzlich geschädigt.

Wann wird operiert

Bei reaktiven Entzündungen der Gelenkschleimhaut wird – sofern notwendig – im Rahmen der ursächlichen Operation (z.B. Meniskus-Operation) der stark entzündete Anteil der Gelenkschleimhaut entfernt.

Bei rheumatischen Erkrankungen, die nicht allein auf medikamentöse Behandlung ansprechen, kann die Gelenkschleimhaut arthroskopisch vollständig entfernt werden.

Insbesondere, wenn das Gelenk noch nicht stärker geschädigt ist, kann mit einer Entfernung der Gelenkschleimhaut der Zerstörungsprozess gestoppt werden.

Nach Entfernen der Gelenkschleimhaut (und teilweise zusätzlicher lokaler Strahlenbehandlung der ‚Radiosynoviorthese‘) bildet sich im Gelenk eine neue Gelenkschleimhaut mit anderer Struktur. Diese wird häufig vom Körper nicht mehr angegriffen.

Was wird operiert

Bei der Teilsynovektomie wird die regional entzündete Gelenkschleimhaut über die bereits bestehenden oder 1 oder 2 zusätzliche Zugänge arthroskopisch entfernt.

Bei der kompletten Synovektomie erfolgt der Eingriff in der Regel über 3 bis 4 Arthroskopiezugänge.

Die Gelenkschleimhaut wird mechanisch mittels Shaver und/oder thermisch mittels Ablatoren entfernt.

Wie ist die Nachbehandlung

Bei der Teilsynovektomie ist in der Regel eine ambulante Nachbehandlung mit schneller Vollbelastung des operierten Beines möglich.

Bei der vollständigen Synovektomie erfolgt in der Regel eine stationäre Nachbehandlung für 3-4 Tage. In diesen Fällen wird gelegentlich auch eine Redon-Drainage eingelegt. Das Kniegelenk wird ab dem Op-Tag möglichst häufig passiv durch eine Motor-Bewegungsschiene durchbewegt.

In der Regel erfolgt eine Teilbelastung des operierten Beines für 4 Wochen.