Behandlungen bei Beschwerden am Sprunggelenk und Fuß

Ursachen:

Am Sprunggelenk:

Probleme im (oberen aber auch unteren) Sprunggelenk entstehen häufig durch die starke Belastung, der dieses Gelenk ausgesetzt ist. Auch Fehlbelastungen bei Fußfehlstellungen sind häufig.

An Verletzungen im Rahmen von Unfallereignissen sind Banddehnungen (vorwiegend der Außenbänder) und Verletzungen des Knochens mit Brüchen oder Verrenkungsbrüchen häufig. Als Folge dieser Verletzungen kann es zum Gelenkverschleiß (posttraumatische Arthrose) und/oder bei nicht ausgeheilten Bandverletzungen zu Instabilitäten kommen.

Weitere häufige Schmerzursachen im Bereich des Sprunggelenkes sind Reizungen und Überlastungen der Sehnen im Bereich des Sprunggelenkes (Entzündungen der Peronealsehnen, Tibialis-Sehnen oder der Achillessehne).

Freie Gelenkkörper und Gelenkverschleiß (Arthrose) sind weitere mögliche Gründe für Beschwerden am Sprunggelenk.

Am Fuß:

Häufig treten Beschwerden im Fuß durch Fehlstellungen auf. Zahlenmäßig sind die Fehlstellung im Vorfuß häufiger, die Im Mittel- und Rückfuß etwas seltener. Die Fehlstellungen können im Kindes- und Erwachsenenalter auftreten, sie können angeboren oder erworben sein. Kombination aus einer Bindegewebsschwäche und einer Überlastung sind häufig.

Weitere, zahlenmäßig deutlich seltenere, Ursachen können Ermüdungsbrüche am Fuß sein. Sie können häufiger bei Ausdauerbelastungen (Langstrecken-Lauf) auftreten, weitere Risikofaktoren sind unbehandelte Fehlbelastungen und Osteoporose.

Arthrosen in den Zehengelenke (hier vor allem dem Großzehengrundgelenk) aber auch in der Fußwurzel sind weitere mögliche Ursachen für Beschwerden.

Seltener treten lokale Nervenentzündungen (Tarsaltunnelsyndrom, Morton-Neuralgie) auf.

Behandlungsmöglichkeiten:

Am Sprunggelenk:

Die häufigen Verletzungen der Außenbänder werden heute fast ausschließlich konservativ behandelt. Es erfolgt eine Versorgung mit einer Schiene, die konsequent für 4 Wochen getragen ein Ausheilen der verletzten Bandstrukturen in der ursprünglichen Länge ermöglicht. Operationen sind hier nur in Fällen mit größerem knöchernem Bandausriss oder in Ausnahmefällen bei verbleibender Instabilität erforderlich.

Verschobene Brüche und Brüche mit Verletzung der Syndesmosenbänder werden in der Regel operativ versorgt. Leider werden heute auch zunehmend nicht verschobene Brüche gleich operiert, auch wenn dies nicht unbedingt erforderlich ist. Im Zweifelsfall hilft es hier vor einem Eingriff, sich auch ausführlich über die konservativen Behandlungsmöglichkeiten (dazu ist jeder Arzt zwingend verpflichtet) beraten zu lassen und ggf. eine Zweitmeinung einzuholen.

Bei Entzündungen und Überlastungen der Sehnen wird zunächst die ursächliche Fehlstatik des Fußes mittels Einlagen und/oder Schuhzurichtungen behandelt. Bei sportbedingten Überlastungen kann dies teilweise aufwändiger sein.

Bei dann weiterhin verbleibenden Entzündungen und Reizzuständen, können die Sehnenansätze gut mittels Neuraltherapie, Magnetfeldtherapie oder einer Stoßwellentherapie behandelt werden. Injektionen in die Sehnen oder an die Sehnenansätze mit anderen Präparaten als einem Lokalanästhetikum sollten vermieden werden.

Freie Gelenkkörper oder lokale Knorpel-Knochendefekte (Osteochondrosis dissecans) sollten in der Regel operiert werden.

Behandlungen am Fuß:

Die Behandlung der Fußfehlstatik sollte in unseren Augen in jedem Alter zunächst konservativ erfolgen. Die Behandlung erfolgt in der Regel zunächst mittels maßgefertigter Einlagen, in besonderen Fällen kombiniert mit einer Abänderung der vorhandenen Schuhe und bei besonders schweren Fällen durch orthopädische Maßschuhe.

Hier kann mittels korrigierender Einlagen eine Fehlform im Vor- und Mittelfuß verbessert werden. Bei Arthrosen im Rückfuß oder dem Großzehengrundgelenk kommen stützende und entlastende Versorgungen in Frage.

 Den Trend einer sofortigen Operation ohne vorherigem konservativem Therapieversuch sehen wir kritisch. Eine Operation führen wir erst nach erfolglosem (ein- bis mehrfachem) Versuch mit Einlagenversorgung und/oder Schuhzurichtung durch. Dies ist in unseren Augen absolut sinnvoll, da in der Regel auch nach erfolgter Operation ein neuerliches Auftreten einer Fehlstellung nur durch konsequente Einlagenversorgung verhindert werden kann.

Operationen führen wir erst bei Beschwerdepersistenz trotz adäquater Schuh- und Einlagenversorgung durch.

An Operationen kommen dann zum Beispiel folgende Eingriffe in Frage:

Operationen am Fuß

Bei langanhaltenden Reizzuständen/Überlastungen kann die alleinige Einlagenversorgung nicht immer zur Beschwerdefreiheit führen. Als zusätzliche Behandlungen finden dann z.B. Magnetfeldtherapien bei entzündlichen Reizungen der Fußgelenke Anwendung.

Sehnenentzündungen (Insertionstendinosen, degenerative Veränderungen der Achillessehne etc.) können gut lokal mittels Stoßwellentherapie behandelt werden.

Auch die Nervenentzündungen und Nervenkompressionssyndrome am Fuß werden zunächst konservativ behandelt. Eine Operation (mit Entlastung des Nerven oder Veröden der chron. Entzündeten Nerven bei der Morton-Neuralgie) erfolgt erst bei fehlender Besserung auf Einlagenversorgung.