Behandlungen bei Beschwerden am Hüftgelenk

Ursachen:

Beschwerden am Hüftgelenk können vielfältige Ursachen haben. Bei kleinen Kindern treten Beschwerden häufiger bei Entzündungen der Gelenkkapsel nach Infekten (‚Hüftschnupfen‘) auf. Durchblutungsstörungen des Hüftkopfes sind seltene Erkrankung im Kleinkindesalter, ein Hüftkopfgleiten tritt gelegentlich bei Heranwachsenden auf.

Der Wachstumsschmerz, der bei Kindern auch an der Hüfte auftreten kann, muss gegenüber anderen Beschwerdeursachen abgegrenzt werden.

Eine ‚schnappende‘ oder ‚springende‘ Hüfte wird dadurch bedingt, dass eine Sehnenplatte bei Bewegungen über den großen Rollhügel der Hüfte springt.

Mit zunehmendem Lebensalter können durch Unfälle, Verschleiß und angeborene Fehlstellungen im Hüftgelenk Probleme auftreten.

Muskuläre Überlastungen, Schleimbeutelentzündungen und Zerrungen der Muskulatur können bei Erwachsenen in jedem Lebensalter auftreten.

Abzugrenzen vom Hüftschmerz sind Beschwerden, die von der unteren Lendenwirbelsäule oder dem Kreuz-Darmbein-Gelenk in die Hüfte ausstrahlen.

Behandlungsmöglichkeiten:

Beschwerden im Kindesalter sind vergleichsweise selten. Während der Wachstumsschmerz symptomatisch behandelt wird, erfolgt beim Hüftschnupfen in der Regel eine Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten.

Das Hüftkopfgleiten wird in der Regel operativ behandelt, der Hüftkopf wird mittels Drähten stabilisiert.

Bei der ‚springenden‘ Hüfte kommen primär Dehnungsübungen und sportliche Betätigungen zum Einsatz, eine Operation (Fixation der Sehnenplatte am großen Rollhügel) ist extrem selten erforderlich.

Bei der häufigen Entzündung des Gesäßmuskels an seinem Ansatz am großen Rollhügel (mit und ohne begleitende Schleimbeutelentzündung) kommen gezielten Injektionen an den Muskelansatz mittels Cortison oder Neuraltherapie zur Anwendung.

Sehr gute Erfolge bringen auch Stoßwellentherapien.

Bei Fehlstellungen im Hüftgelenk ohne stärkeren Verschleiß kommen Korrekturoperationen in Frage. Verletzungen des Knorpelrandes oder lokale Verformungen am Schenkelhals (CAM-Impingement, Pincer-Impingement) lassen sich teilweise mittels Hüft-Arthroskopie behandeln.

Bei fortgeschrittenem Verschleiß wird bei anhaltenden Beschwerden der Hüftgelenkersatz erforderlich. Hier verfügen wir heute auch über bewährte kleine und zementfreie Prothesentypen, die – sofern es erforderlich wird – auch beim jüngeren Patienten eine gute Alternative mit vielen Rückzugsmöglichkeiten (bei Lockerungen der Prothesen nach statistisch 18-20 Jahren) bieten.